Hier lauern die Gefahren.

In Deutschland gilt seit 1998: Ab einem Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille ist Auto fahren tabu. Da Fahranfänger aber noch nicht so sicher unterwegs sind, ist deren Risiko ungleich höher, auch schon unter 0,5 Promille im Blut einen Unfall zu verursachen. Deshalb gilt für Fahranfänger: 0,0 Promille am Steuer!


Gerade Diskotouren am Wochenende enden häufig tragisch: als Verkehrsunfälle mit Sachschäden, mit Verletzten oder sogar Toten.  Obwohl eigentlich jeder die Gefahren von Alkohol am Steuer kennen sollte, glauben viele, dass der eine oder andere Drink kein Problem sei. Weit gefehlt!

Alkohol wirkt bei jedem unterschiedlich.

Deshalb setzt sich die Initiative „Geklärt, wer fährt!“ für die Einhaltung von 0,0 Promille am Steuer bei Fahranfängern ein. Gemeinsam mit unseren Botschaftern möchten wir besonders junge Autofahrer sensibilisieren und aufklären, wie sich schon geringe Mengen Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit auswirken können.

So wirkt sich Alkohol auf den Körper aus.

Gehirnaktivität

  • Deine Reaktionen werden langsamer und unsicherer.
  • Deine Aufmerksamkeit lässt nach.
  • Du wirst sorgloser und überschätzt deine Fähigkeiten.

Körperbeherrschung

  • Dein Gleichgewicht und deine Bewegungskoordination sind gestört.
  • Du lenkst beispielsweise deutlich ruckartiger oder bremst stärker. Vermehrte Fahrfehler sind die Folge.

Wahrnehmung

  • Deine Sehfähigkeit lässt nach, vor allem im Dunkeln.
  • Die Blendempfindlichkeit deines Auges nimmt zu.
  • Dein räumliches Sehen nimmt ab - du hast einen „Tunnelblick“.
  • Entfernungen erscheinen dir größer als sie tatsächlich sind; gleichzeitig verschlechtert sich deine Fähigkeit, Geschwindigkeiten einzuschätzen.

Zahlen, Fakten, Daten

Alkohol am Steuer: Zahlen, Daten, Fakten.

Rund 40.000 Mal hat es im Jahr 2015 gekracht, weil Alkohol im Spiel war. Knapp 13.000 Mal kamen dabei Personen zu Schaden. Das ist eindeutig zu viel. Auffällig ist auch: Alkoholunfälle sind meist besonders schwer. Häufiger als andere Unfälle führen sie zu Verletzten und Toten.

Verglichen mit einem nüchternen Fahrer liegt die Unfallwahrscheinlichkeit für einen alkoholisierten Fahrer um 25 % höher. Besonders oft knallt es bei 18- bis 21-Jährigen unter Alkoholeinfluss. Zwar bestehen 80 Prozent der Fahranfänger ihre Probezeit ohne Probleme - das heißt aber auch: Jeder Fünfte schafft es nicht!

Quelle: Statistisches Bundesamt

18-25 Jährige

sind an jedem 4. Unfall unter Alkohol beteiligt

Mehr als 1,1 Promille

Blutalkohol haben 71% aller Unfallverursacher zwischen 18-25 Jahren

Jeder 5. schafft

die Probezeit nicht

Am Wochenende

passieren die Hälfte aller Unfälle

88% sind Männer

unter den Unfallverursachern mit Alkoholeinfluss

100 Unfälle pro Tag

unter Alkoholeinfluss

Statistik: Unfallverursacher sind oft junge Männer mit PKW.

Hauptverursacher von Unfällen waren 2015 vor allem PKW-Fahrer (57 Prozent), gefolgt von Fahrradfahrern (26 Prozent) und Motorrad- bzw. Mopedfahrern (zehn Prozent).

Die Mehrzahl der Unfallbeteiligten ist relativ jung: Jeder Vierte gehört der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen an. Weitere 13 Prozent sind zwischen 25 und 30 Jahre alt.

Ebenfalls auffällig: Es sind vor allem Männer, die Unfälle unter Alkoholeinfluss verursachen – 88 Prozent. Lediglich zwölf Prozent der Unfallverursacher sind weiblich.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Eine weitere Statistik: Fahrunfälle sind am häufigsten.

Etwas mehr als die Hälfte der Alkoholunfälle sind sogenannte Fahrunfälle. Das sind Unfälle, die ohne das Zutun anderer Verkehrsteilnehmer entstehen. Alkoholisierte Fahrer verlieren die Kontrolle über ihr Fahrzeug, z.B., weil sie die Geschwindigkeit nicht dem Verlauf, dem Querschnitt, der Neigung oder dem Zustand der Straße angepasst haben.

"Es ist wichtig, junge Fahrer zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu motivieren."

Kim, Botschafterin

Die meisten Unfälle passieren am Wochenende.

Fast die Hälfte aller Unfälle unter Alkoholeinfluss passieren am Samstag oder Sonntag. Am häufigsten kracht es zwischen 22 und 24 Uhr. In der Zeit zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens ist bei mehr als jedem vierten Unfall Alkohol im Spiel. Auch interessant: 65 Prozent der Alkoholunfälle geschehen in geschlossenen Ortschaften. 30 Prozent passieren außerorts und fünf Prozent auf Autobahnen.

Fahrer haben häufig mehr als 1,1 Promille.

Über 70 Prozent der alkoholisierten Unfallverursacher haben einen Blutalkoholwert von über 1,1 Promille. Das dies schädlich für Leber und Magen ist, ist eine Sache. Vor allem aber sind sie nach den Kriterien der Rechtsprechung absolut fahruntüchtig. Mehr als jeder Fünfte hat über 2,0 Promille im Blut. Das entspricht je nach Körperbau, Geschlecht und Trinkverhalten in etwa sechs bis acht Gläsern Bier.

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Freunde können dir helfen, nüchtern zu bleiben.

Nüchtern bleiben, wenn alle anderen die Korken knallen lassen, ist nicht einfach. Aber wozu hat man Freunde! Wer dich wirklich mag, unterstützt dich, auch ohne Alkohol Spaß zu haben. Wenn dich andere beim Feiern ausgrenzen, nur weil du dich an die 0,0 Promille hältst, nervt das. Viel schlimmer ist aber, wenn du glaubst, trotz Alkoholgenuss noch fahrtüchtig zu sein und anbietest, alle nach Hause zu fahren. Entscheidend ist: Es muss vorher geklärt sein, wer hinterher fährt und deshalb definitiv keinen Alkohol trinkt. Wenn ihr alle zusammenhaltet, steht eurem Partywochenende nichts mehr im Weg. Deshalb gilt beim Ausgehen „Geklärt, wer fährt!“ – und zwar, bevor die Party startet.

"Wenn ich nur eine Person davon überzeugt habe, sich nur noch nüchtern ans Steuer zu setzen, dann hat sich die Teilnahme am Botschafterprogramm für mich schon gelohnt!"

Sharif, Botschafter

Tipps für einen gelungenen Abend

1.

Vorher klären, wer nach der Party heimfährt und nüchtern bleibt. Darauf achten, dass jeder in der Gruppe mal Fahrer ist. Sonst wird's unfair!

2.

Den Fahrer dabei unterstützen, die Null-Promille-Grenze zu halten.

3.

Keine Märchen glauben! Es gibt keine Substanzen oder Lebensmittel, die die Wirkung von Alkohol unterdrücken. Alkohol muss immer im Körper abgebaut werden – und das dauert.

4.

In jedem Fall gilt: Geh' kein Risiko ein, es gibt immer eine bessere Lösung!

Strengere Regeln für Fahranfänger:

Seit August 2007 gilt auf deutschen Straßen für Fahranfänger in der Probezeit sowie für alle Fahrer unter 21 Jahren die 0,0-Promille-Grenze – egal, mit welchem KFZ du unterwegs bist.

Wer sich nicht daran hält, muss mit schwerwiegenden Folgen rechnen: Nicht nur, dass bei einer Kontrolle der Führerschein schnell weg sein kann; du musst auch noch eine empfindliche Geldstrafe bezahlen.

Was viele nicht wissen: Nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Beifahrer und Fahrradfahrer kann der Alkoholgenuss negative Folgen haben. Wer nach einer durchzechten Nacht bei einem alkoholisierten, fahruntüchtigen Freund ins Auto oder betrunken auf‘s Rad steigt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Ein Drink ist kein Problem?

Das ist natürlich Quatsch!

Auch unterhalb der 0,5-Promille-Grenze ist Alkohol am Steuer gefährlich! Es ist erwiesen, dass dieser Wert bereits zu Ausfallerscheinungen und Fahrfehlern führen kann – insbesondere bei jungen Menschen. Deshalb beginnt schon ab 0,3 Promille die so genannte „relative Fahruntüchtigkeit“. Wer mit diesem Wert der Polizei durch unsichere Fahrweise, Fahrfehler oder durch einen Unfall auffällt, kann vor Gericht als „fahruntüchtig“ eingestuft werden.

Anzeichen für Fahruntüchtigkeit:

Schon geringe Mengen Alkohol verändern deine Informationswahrnehmung, deine Sehfähigkeit und deine Handlungsfähigkeit. Alle diese Faktoren schränken deine Fahrtüchtigkeit ein. Die Anzeichen für eine alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit: Kurvenschneiden, Überfahren roter Ampeln, Schlangenlinien, das Überqueren durchgezogener Linien oder eine allgemein leichtsinnige Fahrweise. Hinzu kommen körperliche Anzeichen beim Fahrer, wie gerötete Augen, schwankender Gang, lallende Stimme oder ein verlangsamtes Reaktionsvermögen.

Was ist eine MPU?

Sobald du wiederholt unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr aufgefallen bist oder einmalig mit einem Promillewert ab 1,6 am Steuer erwischt wirst, erhältst du eine Aufforderung zur Teilnahme an einer MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung). Bei dieser Untersuchung wird deine Fahreignung in medizinischen Checks sowie psychologischen Gesprächen und Reaktionstests überprüft und es wird entschieden, ob du deinen Führerschein zurückbekommst oder nicht.

Die Gesetzeslage im Wortlaut:

§ 24c StVG

Alkoholverbot für Fahranfänger und Fahranfängerinnen

Ordnungswidrig handelt, wer in der Probezeit nach § 2a oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres als Führer eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr alkoholische Getränke zu sich nimmt oder die Fahrt antritt, obwohl er unter der Wirkung eines solchen Getränks steht. Ordnungswidrig handelt auch, wer die Tat fahrlässig begeht. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

Quelle: Straßenverkehrsgesetz (StVG)

Das sagt das Jugendschutzgesetz:

Das Jugendschutzgesetz schränkt den Alkoholkonsum von Jugendlichen ein, um diese in der Öffentlichkeit zu schützen:

  • unter 16 Jahren: Abgabe und Verzehr von alkoholhaltigen Getränken verboten
  • ab 16 Jahren: Abgabe und Verzehr von Bier, Sekt und Wein erlaubt
  • ab 18 Jahren: Abgabe und Verzehr von Spirituosen sowie von allen anderen alkoholhaltigen Getränken erlaubt

Quelle: Jugendschutzgesetz

Die möglichen Konsequenzen im Überblick:*

(*Angaben laut neuem Bußgeldkatalog, geltend seit 01.05.2014; AB InBev übernimmt für die Angaben keine Gewähr)

Für Fahranfänger unter 21 Jahren gilt die 0,0-Promille-Grenze. Wer sich nicht daran hält, muss mit harten Strafen rechnen: mit einem empfindlichen Bußgeld und mindestens einem Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg (FAER), gegebenenfalls mit einem Aufbauseminar und einer Verlängerung der Probezeit.

Aber auch nach der Probezeit und für Fahrer über 21 Jahre gelten für das Trinken klare Regeln. Hier die möglichen Konsequenzen im Überblick:

Ab 0,3 Promille

Nicht strafbar, sofern keine Anzeichen für eine Fahrunsicherheit vorliegen bzw., sofern es nicht zu einem Unfall kommt.

Strafbar, sofern die Fahrsicherheit beeinträchtigt ist oder bei Beteiligung an einem Unfall (auch unverschuldet): bis zu drei Punkte im FAER, mögliche Geld- oder Freiheitsstrafe, möglicher Führerscheinentzug.

Ab 0,5 Promille

Sofern die Fahrsicherheit nicht beeinträchtigt ist: zwei Punkte im FAER, eine Geldstrafe sowie bis zu drei Monate Fahrverbot.

Bei Gefährdung des Straßenverkehrs, d.h, sofern die Fahrsicherheit beeinträchtigt ist oder bei Beteiligung an einem Unfall: drei Punkte im FAER, Geldstrafe, mögliche Freiheitsstrafe sowie der mögliche Entzug der Fahrerlaubnis für bis zu fünf Jahre.

Ab 1,1 Promille

Ab 1,1 Promille liegt die absolute Fahruntüchtigkeit vor: drei Punkte im FAER, Geldstrafe, mögliche Freiheitsstrafe sowie der Entzug der Fahrerlaubnis für bis zu fünf Jahre.

 Ein Promillewert ab 1,1 gilt immer als Straftat!